Ruine über dem Pfälzer Grenzwald

Ganz schön heiß ….
… war mein Eindruck am 18. Juni 2023, als ich den ersten leichten Anstieg an der Grenzsägemühle in Niebelsbach Richtung Gräfenhausen in Angriff nahm. Und eine halbe Stunde später, dort angekommen, wurde daraus auch Gewissheit: … ganz schön heiß! Davon ließen sich aber die 30 Sport- und Genusswanderer des SWV Birkenfeld Gräfenhausen nicht abhalten und so begann um 10.15 Uhr die Fahrt nach Oberotterbach, ganz in der Nähe der deutsch-französischen Grenze und des Deutschen Weintores in Schweigern. Gleich zu Beginn begaben sich die Genusswanderer unter „pharmazeutisch fachkundiger“ Begleitung durch Stefan Bulling zum Schützenhaus in Oberotterbach, um die notwendige Flüssigkeitsaufnahme rechtzeitig zu beginnen. Die Sportwanderer hingegen nahmen den Kampf mit der Hitze gleich auf sich und marschierten in Auf- und Abstiegen entlang der Weinberge Richtung Norden nach Dörrenbach, dem sogenannten „Dornröschen der Pfalz“. Spätestens beim Anblick der rosenumsäumten Wehrkirche wurde allen klar, dass dieser Name auch Programm ist. Aber wie bei jedem Märchen ist „das Böse“ nicht weit und so begann der schweißtreibende Anstieg über die Kolmerkapelle zum Stäffelsberg mit seinem gleichnamigen Turm und anschließend, auf zum Glück etwas schattigeren Waldwegen bis zur Burgruine Guttenberg. Dort warteten noch 400 m Aufstieg, die es in sich hatten. Und wer nach dem steilen Anstieg noch fähig war, seine Eindrücke zu schildern, dem entfuhr nur noch ein ganz leises … ganz schön heiß. Nach ausgiebiger Rast auf der verfallenen Felsenburg und einem besorgten Anruf der mittlerweile beschwingt wirkenden Genusswanderer (man war von anfangs homöopathischen Dosen mittlerweile auf die ortsübliche Größenordnung von „Schoppen“ übergegangen) ging es für die Sportwanderer nun etwas entspannter durch den Oberen Mundatwald bis zum bekannten Weinort Schweigen-Rechtenbach. Doch wer sich auf ein lauschiges Plätzchen am Deutschen Weintor gefreut hat sah sich getäuscht. Zunächst war da noch der Schlussanstieg über den Schlangenberg zu absolvieren und nach einer Passage der sonnendurchfluteten Weinberge lag noch der finale Weg bis zum Schützenhaus vor der Gruppe. Aber immerhin: alle haben die Tour geschafft und wurden mit Applaus von den bereits anwesenden Vereinsfreunden herzlich begrüßt. Und nach zwei herrlich frischen Pfälzer „Schoppen“ war es auch ganz schön – und gar nicht mehr so heiß! Und wer jetzt Lust auf mehr Wandern hat, dem sei der „Drei-Seen-Weg-Zaberfeld“ am 23.07.2023 empfohlen. Der Wein ist dort genau so gut und wenn das Wetter mitspielt, dann wird es wieder … ganz schön heiß!

(ms)

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